Interview Max Mutzke & Band
1. Welche Rolle spielt Teamplay in der Musik-Branche? Ist es im Musik-Business vielleicht sogar wichtiger als in anderen Jobs?
Respekt, Vertrauen, Pünktlichkeit sind nur einige Attribute, die unter dem Begriff Teamplay stehen. Diese Eigenschaften sollten in allen Bereichen des Lebens eine übergeordnete Rolle spielen: in der Familie, im Berufsleben und natürlich auch innerhalb der Band.
2. Was genau zeichnet Euch als Teamplayer aus? In einem Satz...
Echte Freundschaft, Unterstützung und Vertrauen!
3. Bei einer Tour seid Ihr oft mehrere Wochen gemeinsam unterwegs. Wie vertreibt Ihr im Team schlechte Laune oder Heimweh, wenn es das gibt?
Das komplette Team sollte füreinander da sein. Dazu gehören die Bandjungs, die Techniker, der Busfahrer und die Tourmanagerin.
Manche von uns gehen vormittags zusammen laufen, spazieren, schwimmen.
Das Wichtigste ist, dass wir Abstand zur Musik bekommen können und auch einen geerdeten Alltag – soweit das auf einer Tour möglich ist – pflegen.
Außerdem müssen wir uns gegenseitig Freiräume schaffen. Jeder braucht seine Intimsphäre, die muss respektiert sein.
4. Ein Leben als Musiker – das klingt spannend, scheint voller Überraschungen. Gibt es so etwas wie Alltag überhaupt in Eurem Leben?
Das ist eine gute Frage. Während das Leben anderer oft im Tages- oder Wochenzyklus abläuft, wiederholt sich die Art von Arbeit bei uns eher in Ein- bis Zwei-Jahres-Rhythmen. Um es verständlich zu machen ...
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Songwriting:
Wir arbeiten monatelang an einem Album. Innerhalb dieser Monate gibt es viele Treffen. Man schreibt, probiert aus, spielt, singt... Das macht man so lange, bis man eine tolle Auswahl an Songs hat.
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Dann das Produzieren:
Meetings und Telefonate mit der Plattenfirma und den Produzenten. Dort wird besprochen, wie man sich das Album vorstellt. Wie es klingen soll.
Ab diesem Moment pendelt man zwischen Konzerten, dem Zuhause und dem Studio. Diese Phase dauert einige Wochen.
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Anschließend Promo:
Um Deutschland darauf vorzubereiten, dass wir ein neues Album rausbringen, braucht man ebenfalls sechs bis acht Wochen. Wir besuchen alle der gefühlt 2.000 Radio- und TV-Sender; spielen in Late-Night-Shows und Morgenmagazinen; sind zu Gast bei Talkshows und Preisverleihungen; treffen uns mit Journalisten; haben Fotoshootings und einen Videodreh zur ersten Single.
Dann folgen erste Konzerte für Fans und Fachpresse. Diese nennt man Showcases. Parallel bereiten wir uns mit intensiven Proben auf die bevorstehende Tour vor, machen Diäten und Sport, sind aufgeregt und angespannt und voller Vorfreude.
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Tour:
Wir reisen alle gemeinsam im Nightliner, einem luxuriösen Bus mit Betten, in 20 verschiedene Städte. Das ist die schönste Zeit des Jahres. Jeden Abend ein Haus voller Fans. Wahnsinn! Wir sind mit den neuen Songs im Gepäck dort, wo wir uns vor ein paar Monaten vor dem geistigen Auge gesehen haben. All die aufreibenden Wochen und Monate sind vergessen und wir genießen in vollen Zügen.
Wir gehen grinsend auf die Bühne und gehen nach zwei Stunden grinsend wieder runter. Während des Konzerts schaue ich mir meine Jungs an und bin stolz, dass wir das alle gemeinsam gepackt haben.
Im Laufe des Jahres kommen dann noch Festivals, evtl. eine zweite Tour, eine zweite und dritte Single mit Promoreisen und Videodrehs.
Und bevor wir es realisieren, ist ein ganzes Jahr rum, und natürlich haben wir mittlerweile schon die ersten Songs für das nächste Album geschrieben.
5. Unmittelbar vor einem Konzert ist absolute Konzentration gefragt. Habt Ihr ein geheimes Teamritual, um Euch auf den Auftritt vorzubereiten und einzustimmen?
Der eine macht Yoga, der andere schläft auf dem Sofa, jemand putzt sich nochmal die Zähne und so weiter. Aber in den 120 Sekunden vor dem Aufgang auf die Bühne stehen wir gemeinsam – die Arme auf die Schultern des jeweiligen Nachbarn gelegt – im Kreis. Eigentlich sollte immer ein anderer noch ein paar aufheizende Worte in die Runde sprechen. Das hat, bis jetzt, nur noch niemand geschafft. Denn entweder labert der dann nur absolute „Grütze“, oder aber die anderen drehen ihm die Worte im Mund herum, sobald sie nur den leisesten Verdacht haben, dass er diesmal doch was Ernstes in die Runde geben möchte. Großes Gelächter ist somit auf jeden Fall immer angesagt. Das hat schon was sehr Entspannendes, und ich will es daher nicht missen müssen!
6. Gibt es ein spezielles Teamerlebnis, an das Ihr Euch als Band besonders gerne zurückerinnert?
Da gibt es viele. Ein besonderer Moment war die erste Tour mit meiner jetzigen langjährigen Band, alles Jungs aus Hamburg. Nach der Show in meinem Heimatort habe ich alle samt Crew und Freunden zu mir nach Hause eingeladen zu einer mitternächtlichen Vesper an einer langen Tafel. Sie alle bei mir zu Hause zu haben und mit klassischen Schwarzwälder Köstlichkeiten zu bewirten, war für uns alle sehr bewegend und hat uns bis heute zusätzlich zusammengeschweißt.